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Anaklitische Depression

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 23. April 2024.

 

Definition:

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Die anaklitische Depression bezieht sich auf eine Form der Bindungsdepression, die bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten kann, wenn sie plötzlich oder lang anhaltend von einer primären Bezugsperson getrennt werden. Diese Art der Depression ist gekennzeichnet durch Angst, Traurigkeit und eine gestörte Regulation von Emotionen aufgrund des Verlusts der emotionalen Sicherheit und Unterstützung durch die Hauptbezugsperson.

Das Konzept der anaklitischen Depression in der Psychoanalyse

Die anaklitische Depression, auch bekannt als Beziehungssadismus, ist ein Begriff aus der Psychoanalyse, der sich mit den Auswirkungen von frühkindlichen Bindungen auf die psychische Gesundheit beschäftigt. Dieses Konzept wurde erstmals von dem renommierten Psychoanalytiker René Spitz eingeführt, der die emotionalen Reaktionen von Säuglingen in Abhängigkeit von ihren Bezugspersonen untersuchte.

Ursachen und Symptome

Die anaklitische Depression tritt auf, wenn ein Säugling oder Kleinkind nicht die notwendige Fürsorge und emotionale Unterstützung von seinen primären Bezugspersonen erhält. Dies kann zu einem tiefen Gefühl der Verlassenheit, Hilflosigkeit und Traurigkeit führen. Typische Symptome sind übermäßiges Weinen, mangelndes Interesse an der Umwelt, Schwierigkeiten beim Essen und Schlafen sowie ein allgemeines Unwohlsein.

Behandlung und Prävention

Es ist entscheidend, anaklitische Depression frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um langfristige negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit zu vermeiden. Eine einfühlsame und unterstützende Beziehung zu den Bezugspersonen kann dabei helfen, das Vertrauen des Kindes zu stärken und seine emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen. In schweren Fällen kann eine psychotherapeutische Behandlung notwendig sein, um das Kind dabei zu unterstützen, neue, gesunde Bindungen aufzubauen.

Letztendlich verdeutlicht das Konzept der anaklitischen Depression die essenzielle Bedeutung von liebevollen und einfühlsamen Beziehungen in der frühen Kindheit für eine gesunde psychische Entwicklung. Es unterstreicht die Tatsache, dass emotionale Vernachlässigung in jungen Jahren langfristige Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit haben kann.

 

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